Projektbeschreibung

Was macht Posymus?

In vielen Fächern ist die regelmäßige Überprüfung der Leistung üblich, man denke nur an regelmäßige Vokabeltests in den Fremdsprachen oder das Eckenraten in Mathematik. Im Idealfall dient das Ergebnis Lehrenden und Lernenden dazu, zu schauen, was er oder sie schon kann und wo noch Nachholbedarf besteht. In Musik ist das anders, weil es gar nicht so einfach ist, den Lernstand jedes einzelnen Schülers oder jeder Schülerin zu bestimmen. Auch deshalb sind hier Leistungsüberprüfungen unüblich.

[PosyMus] untersucht auf drei Feldern, ob dieses Defizit fachspezifisch ausgeglichen werden kann. Kann erstens der Lernstand in einer Klasse durch den Einsatz von mobilen Endgeräten, etwa mit Tablets, systematisch erhoben werden. Wie muss zweitens deren Bedienungsoberfläche beschaffen sein, damit Lehrkräfte die Information der Tests effektiv auswerten können. Und schließlich wird gefragt, in welcher Weise daraus Fördermaßnahmen abgeleitet werden können.

Wie wird mit Posymus musikalische Kompetenz ermittelt?

Durch erprobte Testaufgaben lassen sich verschiedene musikalische Kompetenzen messen, um so den jeweiligen Lernfortschritt besser überprüfen zu können. Diese Aufgaben wurden in den Forschungsprojekten Komus (Kompetenzmodell im Fach Musik) und KOPRA-M (Entwicklung und empirische Validierung eines Modells musikpraktischer Kompetenzen) nach musikpsychologischen und -pädagogischen Erkenntnissen entwickelt und in Studien überprüft. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten diese Aufgaben an mobilen Endgeräten, was nicht nur Vorteile in der Aufgaben- und Testkonstruktion bietet – etwa: multimediales und interaktives Material, Hörbeispiele können zeitlich flexibel abgespielt werden –, sondern auch eine automatische Datenübermittlung zum [PosyMus]-Server erlaubt. Dieser kann die Daten automatisiert verarbeiten und ist in der Lage, ein Lernstands-Feedback zu generieren. Dies wiederum informiert die Lehrperson detailliert über Stärken und Defizite ihrer SuS und ermöglicht so eine kritische Analyse der Unterrichtsplanung sowie zielgerichtete individuelle Förderung.

Wie können Sie uns helfen das Ziel zu erreichen?

Im Rahmen des [PosyMus]-Projekts soll in schulpraktischer Umgebung erprobt werden, welche Form und Gestalt des computergenerierten Feedbacks am besten nutzbar für die Lehrenden ist, um gewinnbringend in der Unterrichtsplanung eingesetzt werden zu können. Dazu werden die Lehrkräfte nach ihren Erfahrungen mit dem System befragt, um etwa die Bedienbarkeit der Software oder den Informationsgehalt des Feedbacks verbessern zu können. Neben dem Nutzen für die interdisziplinäre Forschung zwischen Musikpädagogik und Informatik bringen die Ergebnisse auch unmittelbare Hilfestellung für Musiklehrer mit sich: Aus dem Projekt soll eine frei verfügbare und anpassbare Test-Software hervorgehen. Daran anschließend sollen individuelle Fördermaßnahmen entwickelt werden, die sich aus dem Umgang mit den Endgeräten ergeben.

Wer ist am Projekt beteiligt?

[PosyMus] ist ein interdisziplinäres und standortübergreifendes Forschungsprojekt zwischen Musikpädagogen der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) und dem Institut für Informationsmanagement an der Uni Bremen (ifib) .
Die Experten der HMTMH wählen Testfragen aus und entwickeln Konzepte für ein automatisiertes Feedback aus deren Antworten.
In einem nächsten Schritt entstehen daraus individuelle Fördermaßnahmen als Angebot an die Lehrkräfte.
Die informationstechnische Realisation der musikpädagogischen Theorien leisten die Wissenschaftler des ifib. Dazu zählt die Entwicklung einer intuitiven Bedienoberfläche für Tablets, die Entwicklung eines elektronischen Rückmeldesystems, die statistische Datenverarbeitung im System und - daraus folgend – neue Möglichkeiten für eine individuelle Förderung im Musikunterricht.